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Hans Blues

Summer 83

Sommer 83
Summer 83

Die Künstler

Sommer '83 ......

Winter 82/83 und Frühjahr '83 ging für mein aufwändigstes Projekt drauf:
Ich wollte meine gesamte Sommer-Tour aufnehmen und aus den besten Stücken eine
LP machen. Auch wollte ich meine neuen Verbindungen nutzen und auch verstärkt außerhalb Deutschlands auftreten. Ich war permanent am telefonieren, Material versenden, telefonieren, usw. Immerhin gelang es, eine Tour von Juni- bis Anfang September durch Deutschland, Schweiz, Österreich, Italien und Dänemark zu organisieren.
Im BLUESMOBIL NO 1 hatte ich bereits einen Tisch im hinteren Bereich, sodaß ich auch unterwegs arbeiten konnte, was unbedingt nötig war, um den administrativen Teil der Unternehmung zu bewältigen.

Ich kaufte ein (gutes) ASC-Tonbandgerät, 2 Sennheiser-Micros für die Raum-Athmo und eine gute Spiegelreflex Camera für die Fotos fürs Cover, welches aus einer Collage bestehen sollte. Ausreichend Tonbänder, Spulen, Cassetten und Klebeband besorgte ich, schließlich fehlte nur noch ein Roadie, bzw. Fahrer, denn mein Führerschein war immer noch bei den Bullen. Ich hatte glücklicherweise meinen verloren gemeldeten 1., Originalführerschein wiedergefunden, sodaß ich nicht ausschließlich auf meinen Fahrer angewiesen war. Zumindest im Ausland gab es damals noch keine Möglichkeit, sich auf die Schnelle mit der deutschen Polizei wegen Führerscheinentzugs in Verbindung zu setzen.

Über meine Berliner Blueskollegen kam ich an Arnold aus Holland, der an dem Fahrerjob interessiert war. Viel konnte ich nicht bieten: Freie Unterkunft und Verpflegung und die Hälfte des Tourgewinns. Wie viel das sein würde, stand in den Sternen - ich hatte bei Tourbeginn zwar schon recht viele Verträge (von denen dann auch einige wieder platzten), aber Vieles mußte noch unterwegs klargemacht werden. Immerhin führte die Tour in die Berge und nach Dänemark, Orte, wo Arnold noch nie gewesen war. Der erste "Berg" in Nordbayern versetzte Arnold so in Erstaunen, daß er fast von der Straße abkam. Meine Konzerte in den alpinen Bereichen fanden im Ausland statt, sodaß ich dann erleichtert das Steuer übernehmen konnte.

Wie sich auf der Tour herausstellte, war Arnold nicht nur Vegetarier, sondern auch militanter Nichtraucher (ich selbst hatte Ende '79 mit dem Rauchen aufgehört). Alles das machte das Tourleben nicht leichter, zumal Arnold an schlechten Tagen dazu tendierte, während des Konzertes durchs Publikum zu gehen, den Leuten die brennenden Zigaretten wegzunehmen und zu zerbrechen. Es führte zu Beeinträchtigungen meines Vortrags. Arnold hatte viele schlechte Tage.

Jeder Abend wurde aufgenommen: Stereo aus dem Mixer und aus den beiden Saal-Micros. Gleichzeitig lief ein Cassettenrecorder mit, sodaß ich am nächsten Tag während der Fahrt schon mal eine Vorauswahl treffen konnte. Nach dem Soundcheck machte ich einen Rough-Mix zwischen Mixer-Ausgang und Saalmicros, dann wurde das Ganze 2-Spur mit 19cm/sec. aufgenommen. Während der Fahrt fotografierte ich die Sommerlandschaft und bei Eintreffen am Auftrittsort das jeweilige Plakat. Auch da kam viel Material zusammen.
Der erste Gig, am 3.6.83, war in Hof, vor der Haustür Westberlins, der erste mögliche Auftrittsort in Richtung Süden. Bis zum 1.7.83 in Italien hatte ich es geschafft, jeden Tag ein Konzert zu haben - eine Leistung, auf die ich noch heute stolz bin. Der 2.7. war der erste freie Tag.

Das BLUESMOBIL NO 1 war überall ein Objekt der Begierde eines jeden Polizisten.
In Deutschland kam noch der "Berlin-Bonus" hinzu.

Es war klar: Das Auto war 1. nicht verkehrstauglich, 2. vollgepackt mit Drogen
und 3. würde man schon irgendwas finden.

Beim Ausladen in Innsbruck vor dem TREIBHAUS, Ende Juni, wurden wir von einem flotten Motorrad-Leder-Bullen aufgefordert, ihm unverzüglich mit dem Auto zur Überprüfung der Verkehrstauglichkeit zum örtlichen Polizeistützpunkt zu folgen. Schon auf dem Wege dorthin lachten wir uns halbtot - unser Auto war nämlich ohne Mängel, (siehe oben)
sein Motorrad dagegen nicht: Ein Blinker funktionierte nicht.

Wir hatten eine lustige Zeit bei den Bullen, natürlich war bei uns alles ok (ich achtete wegen meiner eigenen Sicherheit darauf), aber ein genugtuender Moment kam, als ich die Verkehrssicherheit des Motorrades bemängeln konnte. Ein schöner Moment, von dem man lange zehren kann !

Da noch mehr Konzerte in Österreich anstanden, ließ ich mir, sicherheitshalber, eine Bescheinigung ausstellen, daß das Fahrzeug überprüft und ohne Mängel war. Ich hatte 2 schöne Konzerte in Innsbruck.

Am 3.7.83 kamen wir nach Klagenfurt, wo ich ein Konzert hatte. Kaum im Stadtgebiet wurden wir das Opfer der Begierde eines Jungbullen. Er wußte, heute war sein Tag! Um das Verfahren abzukürzen gab ich ihm zusammen mit den Papieren auch die Bescheinigung aus Innsbruck. Er schaute 2 mal drauf und sagte, völlig konsterniert:

"Des is a Fatamorgana!" Ich denke, er war für den Rest des Tages nicht mehr zu gebrauchen. Die restliche Zeit in Österreich wurden wir nicht mehr belästigt.
Mit Hilfe meiner Bluesfreunde aus Graz bekam ich noch ein paar Gigs in Österreich - auf die Schnelle: Wir gingen zum Bahnhof in Graz, wo einer von ihnen mit Hilfe eines Piezo-Gasanzünders verstand, einem Telefonautomat ein Guthaben von 100 ÖS zu entlocken, und das mehrmals. Es entlastete die Tourneekasse. Im Gegenzug brachte ich Blues aus Deutschland nach Österreich.

In Wien hatte ich 2 x 3 Tage bei DIE KÜNSTLER in der Nähe vom Westbahnhof noch kurzfristig klarmachen können. Es war ein nettes Kellerlokal im 2. Kellergeschoß und sehr schlecht besucht. Immerhin konnten wir kühl schlafen (oben war es sehr heiß) und zu essen gab es auch immer irgendwas. Daß ich die versprochenen 10.000 ÖS nicht bekommen würde, wurde mir spätestens in der 2. Hälfte meiner Konzerte klar. Ich nutzte die Zeit dort und schnitt alle "guten" Titel auf je einer Spule pro Titel zusammen, um mir die Endauswahl zu erleichtern. Es war eine produktive Zeit. Am 14.7. fuhren wir Richtung Linz, ich saß hinten und arbeitete, als es plötzlich einen dumpfen Knall gab, Arnold anhielt, den Reservekanister mitnahm und weglief. Aus der Motorhaube quoll Rauch. Ich lief zum Fahrersitz, nahm den Feuerlöscher und sprühte durch den Kühlergrill in den Motorraum - erfolgreich, denn das Feuer erlosch. Wie sich später herausstellte, hatte sich die Benzinleitung vom Vergaser gelöst, das Benzin war auf den Auspuff gespritzt und Puff. ÖAMTC anrufen, warten, Gewißheit: dies Auto fährt heute nirgendswo mehr hin - ich hatte einen Gig in Linz, und wir waren ca. 50 km weg. Der Vergaser war zum Teil geschmolzen.
Wir wurden zu einer Ford Werkstatt in der Nähe geschleppt, die sich - glücklicherweise - als Bastler entpuppten. Ich konnte mir im Ort einen Leihwagen organisieren, mit der Werkstatt alles klarmachen, und rechtzeitig in Linz im Jugendzentrum ankommen. Wie sich herausstellte, hatten die das Konzert total vergessen, keine Werbung gemacht, sodaß nur 2 Gäste kamen - nicht wegen mir. Ich brauche sicher nicht zu sagen, daß ich auf Eintritt spielte Nun, der 14.7. war wohl nicht mein Tag! Ich behielt den Leihwagen noch 2 Tage, und bei der Rückfahrt nach Wien war das BLUESMOBIL repariert, die Benzinzuleitung durch eine extra Schlauchklemme gesichert. Ende Juli war ich wieder - für ein paar Tage in Berlin. Arnold durfte dann nicht mehr nach Dänemark - er war wirklich nicht zum Aushalten.

Wir waren 6582 km gefahren, nach Abzug aller Kosten blieben DM 1216,26 über.
Ich gab Arnold DM 1009,- und sah ihn nie wieder - jottseidank !
Ich brauchte einen neuen Roadie/Fahrer für meine Rest-Sommer-Tour nach Dänemark und Norddeutschland. Christof Rinnert (WACHOLDER) brachte mich mit Kalle Meiser zusammen, der sowohl als Stagehand, wie auch als Schlagzeug-Roadie schon Erfahrungen mitbrachte. Unser erster gemeinsamer Gig war am 12.8. im OLSEN'S PUB in einem Vorort Kopenhagens - es war grauenvoll: Niemand wollte dort Blues hören, alle waren breit und wollten bayrisch schunkeln. Ich quälte mich durch die vertraglichen 3 Sets und war froh, diesen Ort verlassen zu können. Der Rest der Tour war relaxt, und wir verstanden uns prima, sodaß es klar war, daß Kalle auch das nächste Jahr mein Roadie sein würde. Am 4.9. war ich wieder in Berlin, wo ich mit Hochdruck an der Fertigstellung meiner ersten LP "Sommer '83" arbeitete. Das von mir ausgewählte Material konnte, da schon auf "Schnürsenkel" aufgenommen, nur noch wenig bearbeitet werden, wurde aber mit der damals besten Technik gemastert: DMM (Direct Metal Mastering).

Finanziell erfolgreich war die restliche Tour auch nicht: Wir waren 2490 km gefahren und nach Abzug aller Kosten blieben DM 1025,38 über, wovon Kalle die Hälfte = DM 512,70 bekam. Aber es hatte Spaß gemacht!


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