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Hans Blues

Europatour 84

Europatour 84

EUROPATOUR 1984 - Von Ferrara bis zu den Faerøern...
EUROPEAN-TOUR 1984 - From Ferrara to the Faerøer Islands

Bereits 1983 hatte ich mit der Planung der nächsten Tour angefangen - sie sollte mich nach Österreich, Italien, in die Schweiz, nach Belgien, Dänemark, Schweden, Norwegen und auf die Faerøer bringen. 6,5 Monate waren dafür vorgesehen. Inzwischen hatte ich meinen Führerschein wieder, wollte und konnte aber die Tour ohne Roadie nicht machen - Kalle hatte bereits fest zugesagt.

BLUESMOBIL No. 1 mußte ich kurzfristig stillegen - es drohte auseinanderzubrechen. Schnell war BLUESMOBIL No. 2 gefunden, wieder ein Ford Transit, allerdings die kürzere Version. Er sollte für viele Jahre mein Hauptwohnsitz werden. Den März verbrachte ich mit 18 Auftritten in ganz Deutschland. Auf dem Weg ins CAFE' GRENZBEBEICHE im Wendland (Niedersachsen) trafen wir auf eine lange Menschenkette, die den Widerstand gegen die geplante Atom-Deponie in Gorleben (Wendland) zeigen sollte. Wir reihten uns für ein paar Minuten ein, beklebten dann das BLUESMOBIL mit Plakaten für das Konzert und fuhren langsam die ganze Menschenkette ab. Das dauerte vielleicht eine halbe Stunde - eine gute PR-Aktion, wenn auch politisch wohl nicht korrekt, wie ich den Kommentaren mancher Aktivisten entnehmen konnte. Immerhin, der Laden war abends voll - ich spielte auf Eintritt.

Ende März gabs eine kurze Pause in Berlin, dann ging es in Richtung Süden: Süddeutschland, Österreich, Italien und die Schweiz standen auf dem Programm. In der Schweiz gabs Verständigungsprobleme: Als Kalle ein „Selters“ (deutsches Synonym für Mineralwasser) bestellte, brachte man ihm eine Serviette.

In Ausnahmefällen waren wir zum Übernachten im Hotel untergebracht, häufig privat und sehr oft mußte ich mich um eine Übernachtungsmöglichkeit am Abend des Konzerts kümmern - in meinen Verträgen war zwar Übernachtung für 2 Personen unterschrieben worden, doch längst nicht alle Wirte hielten sich dran. Wir hatten 1 Zelt und Campingausrüstung für die Off-Days sowieso dabei, sodaß wir weitgehenst unabhängig waren. Im Bluesmobil konnte auch 1 Person schlafen.

Anfang Mai waren wir für 2 Wochen wieder in Berlin, danach gings nach Westen: Deutschland, Belgien und Österreich standen auf dem Programm. In Graz traf ich meine Kollegen von JUKE JOINT wieder, und in Wien lernte ich im JAZZLAND die MOJO BLUESBAND und DANA GILLESPIE kennen. Wir machten dort 2 Abende gemeinsam Programm. Ende Juni spielte ich in Österreich auf meinem 1. Open-Air, kurz darauf in Süddeutschland auf einem weiteren.

Mitte Juli waren wir für 2 Wochen wieder in Berlin, dann ging es weiter in Richtung Norden: Dänemark, Faerøer, Norwegen. Schweden und Norddeutschland waren vorgesehen, 10 Tage Dänemark mit 8 Konzerten, dann ging es per Fähre nach Torshavn auf den Faerøern zum TORSHAVN JAZZ, FOLKA OG BLUES FESTIVAL. Wir waren 1 Woche unterwegs, davon 4 Tage auf den Faeroern. Auf dem Festival war ich für den B1ues zuständig, trat 3x täglich auf und fand dann aber noch genug Zeit, mit Kalle etwas rumzufahren. Alles war grün, es gab kaum Bäume, aber alle paar Meter einen Bach. Es gluckerte und gluckste aller Orten auf eine faeringische, melodiöse Art. Wale sahen wir keine, obwohl ich - sogar auf faeringisch - nach ihnen rief. Rotwein hatte ich vorsichtshalber selbst mitgebracht, denn man konnte - wie sich herausstellte – nirgendswo in Torshavn (der Hauptstadt) Wein, Bier, oder sonstige Alkoholika kaufen. Selbst Brennspiritus gab es nur in der Apotheke - gegen eine auszufüllende Bescheinigung, daß man den Sprit nicht trinken würde.

Ich brachte dann folgendes in Erfahrung...

Wenn man Wein (z.B.) kaufen will sind folgende Schritte einzuhalten:

 l. Bestellformular bei der Stadtverwaltung besorgen,
2. nach Ausfüllen zum Finanzamt gehen, welches bestätigen muß, daß keine     Steuerrückstände bestehen,
3. mit dem bestätigten Formular Wein in København bestellen, welcher dann per Schiff eine     Woche später eintrifft !

Die Steuermoral soll auf den Faerøern gut sein, Natürlich brennt jeder schwarz, und ich hab noch nie so viele besoffene Menschen gesehen, wie die Faeringer, die mit uns auf der Fähre waren. In Torshavn warteten dann auch etliche Krankenwagen am Kai, um die Fahrgäste erstzuversorgen.

Zurück in Dänemark ging es nach København und gleich auf die nächste Fähre nach Bornholm, wo wir 3 Tage blieben - mit 1 Konzert. Geologisch zu Schweden gehörend hat Bornholm ein besonderes Flair, wenn auch der Rand touristisch verseucht ist.
Innendrin war es ruhig, es gab in den Wäldern wilde Kirschen und Pilze.

Die Selbstversorgung an den Off-Days klappte inzwischen recht gut. Ich hatte Kalle eine Angel gekauft, mit der er bald unseren Speiseplan ergänzte. Pilze gabs ab Juni eigentlich überall und Kartoffeln konnte man immer kaufen.

Weiter gings nach Schweden, wo ich u.a. auf dem JÖNKÖPINGS JAZZFESTIVAL auftrat. Ich knüpfte viele neue Beziehungen, sammelte Auftrittsadressen, wertete Fachzeitschriften aus und besuchte in Stockholm den SVENSKA JAZZRIKSFÖRBUND. Die wollten mir allerdings keine Adressen geben; ich abonnierte dann aber eine Blueszeitschrift und kam auf diese Weise dann doch noch an viele Spielmöglichkeiten ran.
Es war sicherlich hilfreich, daß ich leidlich schwedisch sprach und auch lesen konnte - dänisch beherrsche ich fließend, und in Norwegen gehts gut mit einer Mischung aus dänisch und schwedisch.

Den nördlichsten Punkt unserer Reise erreichten wir Anfang September in Trondheim, wo ich im TRONDHEIM BLUESCLUB auftrat. Dann ging es wieder südwärts - nach 6 Konzerten in Norwegen, Dänemark und Norddeutschland waren wir Mitte September wieder in Berlin.

Finanziell "erfolgreich" waren nur die ersten Touren: Es blieben DM 4160,- über, die ich mit Kalle teilte. Die Sommertour ergab ein Minus von DM 2329,--, welches ich aufs nächste Jahr vortrug. Kalle gab ich DM 1000,-, was wirklich nicht viel Geld war für 6 Wochen - aber mehr war einfach nicht da.

Wir hatten 22851 km zurückgelegt.
Den Rest des Jahres machte ich noch Kurztouren nach Westdeutschland und Dänemark und war ansonsten voll mit der Planung für 1985 befaßt.

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